Am Ostermontag traf sich eine 16-köpfige Delegation im Alter von 19 bis 84 Jahren der DOG in der Olympischen Hauptstadt Lausanne, Schweiz.
Ursprünglich war das Ziel, wie bei der Lausanne-Reise 2023, das IOC (International Olympic Committee) mit ihrem Sitz am Genfer See zu besuchen.Doch es sollte anders kommen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry in den verlängerten Osterurlaub geschickt! Die Organisatorinnen und Organisatoren der DOG-Ortsgruppe München, Jörn Verleger (Vorsitzender) und Monika Oberndorfer (Stellvertretende Vorsitzende), haben keine Mühen gescheut und ein fulminantes (Ersatz-) Programm auf die Beine gestellt. Statt Olympic Games hieß es diesmal Fokus auf The World Games.
2029 kehren die World Games zum dritten Mal zurück nach Deutschland. Nach Duisburg 2005 und schon einmal Karlsruhe 1989, versammelt sich diesportliche Weltelite wieder am Rhein. In spannenden Vorträgen und Präsentationen erfuhr die Delegation mehr über die Komplexität und die Organisation hinter solch einer internationalen Multisportveranstaltung. Karlsruhe 2029 stellt einen hohen Anspruch an Nachhaltigkeit und wird unter dem Motto „Die Spiele der kurzen Wege“ stattfinden. Bei einem Umfang von knapp 30 Sportarten mit teilweise nicht klassisch deutschen Wettbewerben, wie Sumo-Ringen, ist die Bereitstellung der Wettkampfstätten eine planerische Kunst. Auch wenn die Sportarten noch nicht feststehen, arbeitet das Team der World Games und das Team Karlsruhe 2029 bereits auf Hochtouren, um eine erfolgreiche und medienwirksame Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Vielen Dank an Sebastian Garvens, Sportdirektor und Guillaume Felli, Stellvertretender Geschäftsführer der Internationalen World Games Association (IWGA) für die Einblicke und engagierten Q&A Runden.
Im Maison Du Sport International hat die Delegation die Chance bekommen, mit dem aus Deutschland stammenden Präsidenten der Alliance of IndependentRecognised Members of Sport, kurz AIMS, Stephan Fox, zu sprechen, der für die Präsentation und das anschließende Gespräch aus seinem Büro in Bangkok zugeschaltet war. Er bot einen umfassenden Einblick in die Vielschichtigkeit des Sports. Hier wurde klar, wie engagiert Sport auf der Welt strukturiert ist und wie der olympische Gedanke in alle Sportarten, ob im olympischen Programm oder nicht, getragen wird.
Nach diesem Vortrag schloss sich der Besuch beim ICF (International Canoe Federation) an, die sowohl Sportarten der World Games als auch Sportarten des Olympischen Programms in ihrem Verband hat. In einem inspirierenden Vortrag gab Generalsekretär Richard Pettit Einblick in das aktuelle Rebranding des Verbands von ICF zu Paddle Worldwide, das in der strukturierten und schematisch wirkenden Welt der Sportverbände einen Zweiten sucht. Zudem wurde mehr zu einem der spannendsten Maßnahmen im aktuellen Sport-Broadcasting erläutert. Die ICF hat sich in den vergangenen Jahren durch den Rückerwerb der Broadcasting-Lizenzen zu einem erfolgreichen Medienunternehmen entwickelt, das so nicht nur der Sportart, sondern auch den Athletinnen und Athleten zu mehr Sichtbarkeit verhilft. Ein Gewinn für alle Sportbegeisterten, die Athletinnen und Athleten sowie den Verband selbst.
Am Tag der Abreise gab es einen letzten Termin auf der Agenda. Ein Besuch im CAS, dem Court of Arbitration for Sport, dem internationalen Sportschiedsgericht. Hier gab es Einblicke in die Geschichte des CAS und die Unabhängigkeit vom IOC. Eine spannende Zahl zum Schluss, die Zahl der Fälle hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vervielfacht, auf knapp 900 Fälle pro Jahr.
Nach zwei intensiven, informativen und inspirierenden Tagen ging die zweite DOG-Reise nach Lausanne zu Ende.
Dieser Einblick und die Besuche der verschiedenen in Lausanne ansässigen Sportverbände macht die Exklusivität der DOG-Fahrt aus. Für alle, die auch einmal nach Lausanne reisen, sei ein Besuch im Olympischen Museum empfohlen, wie auch ein Besuch der olympischen Countdown-Uhr in Ouchy-Olympique, direkt am Genfer See. Man sieht sich in 830 Tagen in LA!
Anika Schmid

