Historie

Die Anfangsjahre

Die Anfangsjahre als
olympische Fördergesellschaft

Am Anfang stand die Idee zur Gründung einer olympischen Fördergesellschaft – geboren und ausgereift in den Köpfen von Wilhelm Garbe, Karl Hahne und Georg von Opel, die allesamt bei Continental tätig waren, sowie Carl Diem. Dieser Verein sollte in der wirtschaftlich schwierigen Zeit der beginnenden 50er Jahre binnen kürzester Zeit Gelder und Mitglieder sammeln, damit Deutschland nach 16jähriger olympischer Abstinenz wieder bei den Olympischen Spielen „dabei sein“ konnte.

Erster DOG-Präsident:
Dr. Georg von Opel (geb. 1912, gest. 1971)

Am 5. Januar 1951 hob sich die Deutsche Olympische Gesellschaft im Frankfurter Senckenberg-Museum selbst aus der Taufe. Und sogleich ging das Team um den einstimmig zum ersten Präsidenten gewählten Georg von Opel mit Enthusiasmus an die schwere Aufgabe. „Mehr als eine Million der noch druckfrischen, jungen Mark sollte die DOG für das NOK erwirtschaften – und das in einer Zeit, wo der bundesdeutsche Durchschnittsbürger nur eben einmal ein Zehntel des heutigen Geldes in der Lohntüte hatte”, schreibt Hilmar Dressler in einem Beitrag für die Zeitschrift Olympisches Feuer (1/2001). Insbesondere dem unermüdlichem Engagement Georg von Opels, der insgesamt 12.000 „Bettelbriefe“ handschriftlich unterzeichnete, sei es zu verdanken gewesen, dass rechtzeitig zu den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki das „Olympia-Soll“ mit knapp 1,1 Millionen Mark sogar übererfüllt wurde. Da nun auch die Bundesregierung mit einem Zuschuss von 400.000 DM nachzog, konnte bereits für die nächsten Spiele des Jahres 1956 eine beruhigende Rücklage gebildet werden, so Dressler. Insgesamt stellt die Deutsche Olympische Gesellschaft dem Nationalen Olympischen Komitee in den ersten 20 Jahren mehr als 3,6 Millionen Mark zur Förderung der Olympiamannschaften zur Verfügung.

Neben dem Ziel, die Deutschen Olympiateilnahmen zu ermöglichen, stand von Beginn an die Olympische Idee im Mittelpunkt des Engagements. Dies wurde auch in der Mitgliederzeitschrift ”Olympisches Feuer” deutlich, deren erste Ausgabe bereits im Dezember 1950 erschien. Bis heute reflektiert das Magazin Themen des Sports und der Olympischen Bewegung im Spiegel der Zeit.

Gleich nach ihrer Gründung baute die Deutsche Olympische Gesellschaft den DOG-Filmdienst auf. Mit dem Verleih von Dokumentarfilmen über Olympische Spiele, Olympische Geschichte und Kultur sowie Höhepunkte des Sports wurde olympisches Gedankengut in Bild und Ton verbreitet.

Ebenfalls in den 50er Jahren hat eine Institution ihren Ursprung, die lange Zeit ein Markenzeichen der Deutschen Olympischen Gesellschaft darstellte – die Griechenlandfahrt. Mit der Studienreise zu den olympischen Schauplätzen der Antike wurde das Lernen und Verstehen olympischer Zusammenhänge aus den Studierstuben direkt nach Olympia verlegt, damit sich die jungen Menschen vor Ort mit Ursprung und Gedankengut der Spiele auseinander setzen konnten. Seit den Anfängen sind zahllose Jugendliche und junge Erwachsene mit erfüllten Erwartungen von den olympischen Schauplätzen der Antike zurückgekehrt.

Goldener Plan

Zwei erfolgreiche Kampagnen:
Goldener Plan und Fair-Play-Initiative

In den 60er Jahren bildete das „Memorandum zum Goldenen Plan für Gesundheit, Spiel und Erholung“, kurz „Goldener Plan“, die zentrale Aufgabenstellung. Für die Schaffung von Erholungs-, Spiel- und Sportstätten hatte die Deutsche Olympische Gesellschaft einen öffentlichen Investitionsbedarf von 6,3 Milliarden Mark ermittelt. Die Deutsche Olympische Gesellschaft selbst beteiligte sich mit 4,5 Millionen Mark für Beispiel-Anlagen und Planungskosten. „Dass schließlich nach 15 Jahren der Plan fast hundertprozentig erfüllt werden konnte, spricht für die Güte des Konzepts. Darauf kann die DOG heute noch stolz sein!”, kommentierte Hilmar Dressler in seiner kurzen Geschichte der Deutschen Olympischen Gesellschaft. Auch darauf, dass das Präsidium des Deutschen Sportbundes nach der Wiedervereinigung die Grundidee wieder aufgriff und den „Goldenen Plan Ost“ zur infrastrukturellen Verbesserung der Sportstättensituation in der ehemaligen DDR ins Leben rief.

Wichtiges Ziel der Deutschen Olympischen Gesellschaft war die Förderung von Nachwuchssporttalenten. Zu diesem Zweck erfolgte 1967 gemeinsam mit dem Deutschen Sportbund und dem Nationalen Olympischen Komitee die Gründung der Stiftung Deutsche Sporthilfe.

In den 90er Jahren war eine weitere Kampagne überaus erfolgreich: die Fair-Play-Initiative des deutschen Sports, die 1988 anlief und deren Federführung die Deutsche Olympische Gesellschaft übernommen hatte. Unter dem Motto „Fair geht vor“ wirbt die DOG gemeinsam mit den Partnern Deutscher Sportbund, Deutsche Sportjugend und Nationales Olympisches Komitee bis heute für die Einhaltung der sportlichen Regeln, Respekt, Loyalität und Gerechtigkeit im Sport. Hilmar Dressler betonte, „dass die Initiative ein notwendiger und auch wirksamer Schritt gegen die Entwertung des menschlichen Miteinanders gewesen ist. Dass überaus viele Schulen dieses erzieherische Thema in die gedankliche Welt der Kinder einfließen ließen und das „Fairhalten“ zu einer wichtigen Lebensregel erhoben, belohnte die Anstrengungen”.

Neuanfang

Neuanfang zum neuen Jahrtausend

Nach einigen sportpolitisch und finanziell schwierigen Jahren, in denen die Mitgliederzahl drastisch sank und die Deutsche Olympische Gesellschaft einen erheblichen Teil ihrer Bedeutung in der Sportlandschaft einbüßte, wurde zu Beginn des neuen Jahrtausends ein Neubeginn gestartet. Personelle, organisatorische und inhaltliche Umstrukturierungen trugen zur Konsolidierung des Verbandes und zur Stabilisierung der Mitgliederzahlen bei. Mit neuen Schwerpunkten beteiligt sich die Deutsche Olympische Gesellschaft wieder aktiv am sportpolitischen und olympischen Geschehen.

Dabei bedeutet die historische Vereinigung der beiden Dachverbände Deutscher Sportbund und Nationales Olympisches Komitee zum Deutschen Olympischen Sportbund im Mai 2006 für die Deutsche Olympische Gesellschaft Herausforderung und Chance zugleich. Der Olympische Sport steht noch stärker als bisher im Bewusstsein. Die Deutsche Olympische Gesellschaft will mit ihrem aktuellen Engagement zur Sport- und Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen kombiniert mit der Vermittlung der olympischen Werte Leistungsbereitschaft, Fair Play, Teamgeist und Völkerverständigung an die junge Generation auch den Stellenwert der Olympischen Idee und ihre Bedeutung als Lösungsansatz für die Gesellschaft steigern.

Quelle: Hilmar Dresslers Beitrag zur Geschichte der Deutschen Olympischen Gesellschaft: „Der Club der Idealisten“, Olympisches Feuer 1/2001